Blähungen und Koliken bei Babys

Viele Babys bekommen in den ersten Lebenswochen Koliken – das ist nichts außergewöhnliches, dennoch leidet nicht nur der Säugling, sondern die Eltern gleichermaßen. Diese Belastung kann allerdings für mehrere Wochen ein ständiger Begleiter für die junge Familie werden. Mit ein paar Kleinigkeiten lassen sich die Krämpfe jedoch ein wenig lindern und irgendwann sind auch die berühmt-berüchtigten „3-Monats-Koliken“ verschwunden.

Wichtig: Die ersten Ansprechpartner bei Koliken sind Kinderarzt und Hebamme.

Was sind eigentlich Koliken bei Babys?

blähungen koliken babyWenn Eltern diesen Begriff von einem Kinderarzt zu hören bekommen, wissen sie oftmals nicht genau, was Koliken genau bedeuten. Aber keine Sorge: es handelt sich hierbei um keine ernsthafte Erkrankung, sondern um krampfartige und meist recht stechende Schmerzen im Bauchbereich des Kindes. Die Beschwerden werden häufig in den ersten Lebensmonaten beobachtet. Vor allem nach den Mahlzeiten zieht der Säugling die Beine hoch, wimmert gequält und weint anschließend herzzerreißend. In der Regel sind die Schmerzen derart ausgebildet, dass sich Säuglinge nur schwer beruhigen lassen. Im Rahmen der Koliken sind häufig auch Blähungen zu verzeichnen, die dem Baby eine kleine Erleichterung verschaffen. Meist sind 10-15% aller Neugeborenen mit diesem Krankheitsbild belastet.

Als Ursache werden meist starke Bewegungen des kindlichen Darmes sowie die Umgewöhnung an die Kost genannt. Der Darm muss sich erst einspielen und spielt deshalb ein wenig verrückt. Dies kann schließlich zu den Blähungen und Koliken führen.

Beobachtung schafft Wissen

Nicht immer sind sich Eltern klar, ob das Kind auch wirklich unter Koliken leidet. Schließlich können auch die alltäglichen Eindrücke, das Schlafverhalten und Wachstumsschübe für Unwohlsein und Weinphasen verantwortlich sein. Allerdings gibt es einige klare Erkenntnisse, die eindeutig für  Koliken sprechen:

  • Treten schwere Schreiphasen vor allem in den ersten 2-4 Lebenswochen auf und halten über mehrere Wochen in Schüben an, so sind Koliken naheliegend.
  • Das Baby weint vornehmlich gegen Abend, meist 2-3 Stunden und ist kaum zu beruhigen.
  • Bei den Schreiattacken zieht der Säugling die Beine eng an den Körper und ballt seine kleinen Hände.
  • Starke Blähungen und eine rege Magenaktivität sind zu verzeichnen.

Sollten Eltern sich jedoch nicht sicher sein, ob das Kind tatsächlich an Koliken und starken Blähungen leidet, so ist ein Besuch beim Kinderarzt eine gute Lösung. Dieser kann andere Eventualitäten ausschließen und wird zudem auch auf Koliken tippen. Sofern also ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden können, handelt es sich garantiert um medizinisch unbedenkliche „3-Monats-Koliken“, die irgendwann in den nächsten Wochen wie von Zauberhand und urplötzlich von selbst verschwinden.

Tipps und Tricks zur Linderung von Blähungen und Koliken

Auch wenn Eltern wissen, dass ihr Kind unter Koliken und Blähungen leidet, so zerren dieses Wissen und auch die Schreiattacken natürlich an den Nerven der Mamas und Papas. Sie probieren vieles aus, um die Weinkrämpfe verschwinden und das Leiden des Säuglings verschwinden zu lassen.

Mit diesen Tipps können junge Eltern zusätzlich ihrem Sprössling Linderung verschaffen:

  • Das Kind liebt Körperkontakt – nicht nur zum Kuscheln, sondern auch um das Bauchweh zu lösen. Pucken hat für die meisten Babys etwas Tröstliches, erinnert es das Kind an die Zeit im Mutterleib. Durch diese Körperhaltung werden ebenso Krämpfe gelöst und die Koliken beruhigt.
  • Bewegung scheint ebenso die Krämpfe zu lösen. Eine Babytrage, eine Wippe und ein spezielles Babytuch sorgen hier für kleine Wunder. Auch Spaziergänge im Kinderwagen sind manchmal ein heilsames Mittel.
  • Die Bauchmassage wird gern von Hebammen empfohlen. Hierfür wird der nackte Babybauch mit kreisenden Handbewegungen im Uhrzeigersinn massiert. Ein spezielles Babyöl oder die gute „Windsalbe“ aus der Apotheke mit wertvollen Essenzen aus Kümmel und Koriander sorgen für eine sanfte Linderung.
  • Monotone Geräusche sorgen bei so manchem Baby für Tiefenentspannung. Das Vibrieren der Waschmaschine, das Rauschen des Staubsaugers oder der wallende Motor des Autos lassen viele Babys einschlafen. Wichtig: Legen Sie das Kind nicht in eine Wippe oder einen Korb auf die Waschmaschine, sondern immer neben das Gerät, damit so auch keine Gefahr für das Kind entstehen kann.
  • Eltern sollten das Kind – wenn möglich – immer aufrecht füttern, um so eventuelle Blähungen zu reduzieren. Auch ein richtiges Anlegen an die Brust ist hierfür maßgeblich. Wenn das Kind während der Mahlzeit weint oder von selbst von der mütterlichen Brust ablässt, so liegt es wahrscheinlich nicht richtig an. Fragen und Anregungen von Hebammen sind hier ein nützlicher Helfer.
  • Bekommt der Säugling Flaschennahrung, so sind hier am besten Flaschen mit einem „Anti-Colic-Sauger“ zu wählen. Durch diese speziellen Sauger gelangt weniger Luft in die Flasche und somit auch nicht in den Magen-Darm-Trakt des Kindes. Die Flasche sollte immer derart gehalten werden, dass die Spitze des Saugers komplett mit Milch gefüllt ist und weniger Luft vom Kind geschluckt werden kann.
  • Manchmal helfen auch spezielle Tropfen, die vom Kinderarzt verschrieben werden. Der Arzt wird die Schwere des Falles beurteilen können und den Eltern dieses besondere Mittel verordnen.

Die Hebamme und der Kinderarzt können helfen

Natürlich sind Eltern irgendwann auch am Ende ihrer Kräfte. In diesen Fällen sind Familie, Freunde und Verwandte zur Rate zu ziehen. Meist reicht es schon aus, wenn diese sich eine Weile um das Kind kümmern und den Eltern somit ein wenig Erholung gönnen.

Hilft keiner dieser Tipps? Dann haben die Koliken augenscheinlich eine andere Ursache. Die Umstellung auf eine andere Säuglingsnahrung könnte weiterhelfen, da Milchallergien nicht selten sind. In diesem Fall sollte die Hebamme und der Kinderarzt nochmals um Rat gebeten werden.